Überwachungskapitalismus? Nein danke.

Ich nutze Facebook viel, um Dinge zu teilen, die mich beschäftigen. Um mit Freunden und Bekannten in Verbindung zu bleiben. Um mitzubekommen, was sie bewegt und interessiert. Um Anknüpfungspunkte zu finden und zu bauen. Dafür ist Facebook super.

Gleichzeitig bin ich überhaupt nicht einverstanden mit dem Geschäftsmodell. Ich möchte nicht, dass Facebook (und Google und Microsoft und und und) mir im Netz hinterher spioniert, um alle Infos, die es findet an Dritte zu verkaufen.

Ein hoher Preis

So ist das nämlich, wenn man Facebook nutzt. Oder LinkedIn. Oder Google. Oder oder oder. Was vielen nicht bewusst ist: Auch wenn sie als Facebook-Nutzer nicht direkt auf Facebook unterwegs sind, werden sie von Facebook im Internet getrackt. Jede Website, auf der es das sogenannte Facebook-Pixel gibt oder einen Facebook Like-Button, “berichtet” an Facebook. So funktioniert Social Media Marketing. Deshalb ist die Werbung so passgenau. Deshalb mache ich das nicht, weil es eine Sauerei ist.

Ist doch halb so wild? Dann sieht man wenigstens Werbung, die einen interessiert? Ja, aber um welchen Preis. Wir machen uns dadurch hochgradig manipulierbar. Wenn Algorithmen uns so gut kennen, dass sie unsere nächste Handlung voraussagen können, sind wir leichte Beute (siehe Cambridge Analytica).

Ich möchte das selbst entscheiden

Ich möchte mich auch nicht von Facebook erpressen lassen für mehr Reichweite (“Der Algorithmus will ein Video.” “Der Algorithmus will, dass du so und so oft interagierst mit anderen. Sonst erscheinen deine Posts nicht im Newsfeed anderer.”), das ist genauso Teil der Manipulation. Mache ich auch nicht. Ich lasse mich nicht von einem Algorithmus zu irgendwas erziehen, soweit kommt’s noch.

Wir haben viel zu verlieren

Bis jetzt. Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass Facebook seine Monopolstellung ausnutzt und die Nutzer zwingt mit seinem Geschäftsgebaren einverstanden zu sein.
Das heißt für die nächsten Monate erst mal gar nix — was die Sprecherin von Facebook schnell war zu versichern.

Aber es macht mir Hoffnung, es tut sich was im wilden Westen des Internets. Babysteps.

Uncertainty Expert | Future Thinker | Blue Water Sailoress Hallo I’m Rike. When I’m not thinking about uncertainty and randomness, I sail the oceans.

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